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Rehe im Walde II Franz Marc, Öl auf Leinwand, 1914 Rehe im Walde II ist Franz Marcs letztes Gemälde. Auf einer - natürlich stark abstrahierten, aus den Primär- und Sekundärfarben zusammengesetzten - Waldlichtung lagern drei Rehe. Der große Bock, der durch sein leuchtendes Blau dominiert (Blau als männliches Prinzip), liegt im Zentrum des Bildraumes. Den Kopf hat er witternd zurückgewendet, was seine Größe noch unterstreicht. Kopf und Leib bilden so ein großes, das Bild beherrschendes Dreieck. Links unten lagert die rote Ricke. Die Farbe Rot bedeutete für Marc die Materie. Hier vergegenwärtigte sie die Erde, das Weibliche, welches Leben hervorbringt. Die Ricke liegt vom Betrachter abgewandt und blickt zu ihrem Kitz, welches den Blick erwidert. Dieses Kind kann aufgrund der Farbe Gelb als sanft, heiter und sinnlich angesehen werden. Die Familie bildet einen Kreis, aus dem alle anderen - auch die Betrachter - ausgeschlossen sind. Die Funktionen sind durch die Farben klar definiert: Der beschützende Mann, die umsorgende Frau und das auf die Mutter ausgerichtete Kind. Dieses Bild umfasst offensichtlich auch das, was Marc unter "Glück" verstand. |
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