Geschichte der Comics


Comics gelten als eine spezielles Medium des 20. Jahrhunderts. Durch die ineinander greifende Wirkung von Schrift, Inhalt  bildnerischer Gestaltung und Aussage nehmen sie eine besondere Stellung ein. Der Ursprung dieser Bildergeschichten liegt schon in grauer Vorzeit, bei den Höhlenmalereien. Aber auch die ägyptischen Wandmalereien, die griechischen Reliefdarstellungen und Vasenmalereien sowie mittelalterliche Illustrationen könnte man als Vorläufer der Comics ansehen. Oft bilden historische Abbildungen auch direkte Vorlagen, wie ein Beispiel von "Prinz Eisenherz" zeigt. Im 17. und 18. Jh. kamen erstmals Sprechblasen in Verwendung und stellten damit eine Erweiterung früher verwendeter "Legenden" /z. B. in religiösen Darstellungen) dar. Beschleunigt wurde diese Art der Illustration vor allem durch die Karikaturen des neu entstandenen Zeitungswesens.

Dem Gedanken des Comics am nächsten stehen jedoch im 19. Jh. die Darstellungen des Wilhelm Busch, der heute als Vater des Comic-Strips gilt.
Yellow Kid (Outcault 1895)
Mit dem Zeitungswesen in Amerika um die Jahrhundertwende fanden die ersten Comics ihre rasche Verbreitung. Ursprünglich als auflagenhebendes "Gustostückerl" gedacht, wurden Figuren wie "Yellow Kid", einem kleinen Slumbewohner, zu einem Sprachrohr benachteiligter Randgruppen (arbeitsloser Einwanderer). 
Krazy Kat (Herriman  1888 - 1945( Zehn Jahre später entstehen mit "Krazy Kat" um 1910 die ersten Tiercomics, von denen in den zwanziger Jahren "Felix the cat" und Walt Disneys "Mickey Mouse" berühmt werden. Besonders bei Mickey Mouse ist die stilistische Weiterentwicklung gut zu beobachten, während klassische Comics wie "Prinz Eisenherz" (seit 1937) mit großer Genauigkeit auf unveränderte Darstellungsformen Wert legen.

Little Nemo in Slumberland (MacCay 1905)Die große Anzahl verschiedener Comicstrips und die hohen Auflagen deuten darauf hin, dass eine breite Leserschicht angesprochen wird. Begründet wird die große Beliebtheit mit der einfachen und schnellen Lesbarkeit, der Bebilderung und dem teils heiteren, unterhaltsamen, teils spannenden Unterhaltungscharakter.

Die Bild-Text-Kombination ist so angelegt, dass das Einzelbild (Panel) jeweils eine Situation erfasst und in der Gesamtanlage zu einer filmischen Bildfolge führt - einem Strip, einer Episode. Alle Panels zeichnen sich durch einen typischen Bildcharakter aus.

Wee Willie Winkies World (Feininger)Die inhaltliche Dimension beschränkt sich auf die jeder Serie eigenen Handlungsmuster und auf einen festgelegten Personenkreis, der durch feststehende Charaktere die Stereotypisierung des Geschehens zur Folge haben muss.