Grundlagen der Filmsprache


Einstellungen - Einstellungsgrößen (weit, total, halbtotal, halbnah, amerikanisch, nah, groß, Detail)
Einstellungsperspektiven (Normalsicht, Froschperspektive, Vogelperspektive)
Kamerabewegungen (Stand, Schwenk, Fahrt, Zoom)
Filmmontage, Filmschnitt (Kontrastmontagen, Parallelmontagen, symbolische Montagen, Leitmotiv)

 

Unter Dramaturgie versteht man im allgemeinen die Struktur einer Erzählung bei einer Spielfilmhandlung bzw. den gelungenen Aufbau der Argumentationskette beim Dokumentarfilm.

Oberstes Ziel bei der Produktion eines Videofilmes sollte dabei das Bestreben sein, den Zuschauers so intensiv wie möglich emotional zu beteiligen. Diese (emotionale) Beteiligung sichert ein besonders hohes Interesse des Zuschauers.

In vielen Schülervideos, aber auch im außerschulischen Bereich wird häufig "vergessen", dass der selbsthergestellte Film, auf Außenstehende bzw. Nichtbeteiligte eine ganz andere Wirkung hat als für die daran direkt Beteiligten. Das häufig praktizierte mehr oder minder technisch korrekte "Abfilmen" reicht allein nicht aus, Zuschauer zu interessieren, werden dabei doch häufig, meist unbewusst, filmische "Regeln" verletzt. Hinzu kommt, dass der neutrale Zuschauer, über einen gewissen Fundus eigener Erfahrungen durch Film und Fernsehnutzung verfügt, an denen auch Amateurproduktionen unwillkürlich gemessen werden. Um also sicherzustellen, dass die beabsichtigte Wirkung mit dem selbstproduzierten Video auch beim Zuschauer erzielt wird, sollte man ein paar dramaturgische Grundlagen kennen, ohne diese als sklavische Einengung eigener Kreativität misszuverstehen.

Im Prinzip geht es um folgendes Problem:
Einem bestimmten Zielpublikum (z.B. einer lokalen Öffentlichkeit, Schülern anderer Schulen etc.) soll etwas mitgeteilt werden. Wie kann sichergestellt werden,
dass die intendierte Aussage auch beim entsprechenden Zielpublikum ankommt? Welche Form ist dabei besonders geeignet?

Einige Tipps:

Jeder Film hat einen Anfang und ein Ende.
Jeder Film sollte zwischen diesen beiden Punkten eine Form von Dramaturgie enthalten.
Jeder Film sollte/muss
zu Anfang eine Frage stellen und zum Schluss darauf eine Antwort geben.
Jeder Film sollte sich möglichst auf ein zentrales Thema konzentrieren und sich nicht in Einzelaspekten verzetteln. Dabei tragen geschickt integrierte Nebenhandlungen durchaus zu einer Verbesserung des Gesamtfilms bei.
Schlechte Filme sind nicht schlecht gefilmte Filme, sondern auf ein schlechtes Drehbuch zurückzuführen.

 

Bei der Konzeption einer Spielhandlungen gilt allgemein: Jede Geschichte braucht ein Problem bzw. einen Konflikt, sonst wird das Publikum nicht gefesselt. Der Zuschauer sollte zum Protagonisten der Handlung, also demjenigen, der das Problem hat, eine Beziehung aufbauen können und somit emotional beteiligt sein. Und: Das Problem sollte möglichst frühzeitig eingeführt werden.

Ganz allgemein durchläuft eine "normale" Geschichte, die vom Publikum als spannend empfunden wird, folgende fünf Phasen:

Die Exposition (Einführung)
Der Zuschauer wird mit der Ausgangslage bekannt gemacht. Gezeigt wird, welche Personen/Charaktere sich in welchen Situationen und Orten befinden und deren Vorgeschichte

Die Entwicklung der Handlung
Hier treten die vorgestellten Akteure in eine bestimmte Beziehung zueinander. Ein Ereignis setzt den Konflikt in Gang. Konflikte und Veränderungsmöglichkeiten entwickeln sich.

Die Zuspitzung des Konflikts
Klärung/Tiefpunkt der Hauptfigur
Eine Lösung muss gefunden werden.

Wende in der Handlung
(zum Guten oder zum Bösen).

Die Auflösung
Lösung des Problems
Der Konflikt wird beendet (Happy end oder Untergang der Hauptperson).

Die einzelnen Phasen sollten dabei aber fließend ineinander übergehen.

 

Welche Wirkungsmechanismen fesseln nun den Zuschauer?

Eine hohe Schnittfrequenz (Werbung, Musikvideos) z.B. lässt zwar einen Spannungszustand entstehen, kann aber auch die normale Informationsaufnahme behindern. Andererseits ist ein gewisses Maß an Spannung die notwendige Voraussetzung, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Eine mittlere "Erregungsstufe" (bei Informationsfilmen) ist hier häufig am sinnvollsten. Bei Informationsfilmen kann als Erfahrungswert eine Einstellungslänge (bei festen Einstellungen mit statischen Inhalten) von mindestens 4 bis 6 Sekunden angenommen werden. Bei kürzeren Einstellungen kann der Bildinhalt sonst nicht ausreichend erfasst werden.