Von der Idee zum Film

Von der Ideensammlung über Teambildung, Aufgabenverteilung, Einholen von Informationen bis zum Erstellen eines einfachen Drehplans 

 

Ideensammlung
Arbeitsschritte
Exposé
Treatment
Drehbuch
Drehplan

 

Ideensammlung - Brainstorming

Das Brainstorming dient zur Entwicklung einer Filmidee.
Häufig wird beim Brainstorming bereits in groben Umrissen deutlich, in welche Richtung sich Phantasie und Vorstellung der GruppenteilnehmerInnen oder der Gruppe entwickeln.

Die Entwicklung einer Filmidee ist entweder das Produkt der Diskussion einer Gruppe/Klasse oder durch den Unterrichtsstoff als allgemeiner Rahmen vorgegeben. Grundsätzlich gilt für beide Varianten: Möglichst stark die Interessen und Ideen der Schüler berücksichtigen. Denn: Je stärker das persönliche Interesse der Schüler im Film spürbar wird, um so größer ist die Wirkung beim Publikum.

Die Phase des Brainstorming dient der Offenlegung der Wünsche und Vorstellungen der Gruppenmitglieder, deshalb sollte möglichst unverkrampft, spielerisch und ungefiltert alles an Vorschlägen zugelassen werden. Nichts sollte abgeblockt werden. Häufig sind die "absurdesten" Ideen später in irgendeiner Form integrierbar, ansonsten immerhin ein Fingerzeig für den Pädagogen, in welche Richtung die Schüler/Jugendlichen denken.

Themenbereiche sind Menschen, Berufe und Gegenstände
Beispiele: Unsere Klasse, Unsere Schule, Unser Klassenvorstand, Unser Herr Direktor, Schul- oder Klassenausflug, Wienwoche, Schilager, Sportwoche, Schulfest, Große Pause, Unser Heimatort, Unser Dorfbrunnen, Am Bach, Auf der Brücke, Kriminalfilm ...

Arbeitsschritte

1. Zunächst werden alle spontan geäußerten Ideen schriftlich festgehalten. Es empfiehlt sich diese an die Tafel oder besser als kleine Kärtchen/Blätter an der Wand aufzuhängen. Eventuell ergeben sich sichtbare Gemeinsamkeiten oder inhaltliche Verknüpfungen, die dann auch optisch sichtbar zusammengeführt werden können. Da bei freier Themenwahl Vorschläge auf der Ebene verschiedener Genres oder verschiedener Inhalte gemacht werden, müssen auch entsprechende Entscheidungen getroffen werden, um was für einen Film es sich handeln soll. Nicht jedes Genre ist für jedes Thema geeignet.
Auch bei vorgegebenen Themen wie z.B. literarischen Vorlagen oder Themen aus Rahmenplänen gilt: Auch hier Ideen zum entsprechenden Oberthema entwickeln lassen.

2. Diskussion der Ergebnisse und Reflexion. Bei der Diskussion beachten: Ist eine Koppelung verschiedener Ideen möglich?
Nur im Notfall mit schlichter Abstimmung feststellen, für welchen Vorschlag eine deutliche Mehrheit vorhanden ist.

Wenn möglich sicherstellen, dass ein Einbringen eigener Erfahrungen der Schüler stattfindet und ein Bezug zu deren eigener Situation hergestellt wird. Die Entwicklung einer eigenen Geschichte ist immer besser als das Kopieren bekannter Sendeformen.
Die Diskussion sollte nach folgenden Gesichtspunkten geführt werden: Originalität, persönliches Interesse, Realisierbarkeit und ganz wichtig: prüfen, ob die Idee ein ganzes Projekt trägt. Häufig ergibt die Diskussion,
dass eine Idee kurzfristig begeistert aufgenommen wird, aber eine längere Beschäftigung mit ihr nicht aushält.

3. Wenn eine gemeinsame Idee gefunden wurde: Auftrag an Klasse bzw. Gruppe, die Idee in wenigen Sätze auszuformulieren. Dies hilft nicht nur, eventuelle Missverständnisse von vornherein auszuschließen, sondern bringt häufig auch noch weitere Konkretisierungen.

4. Gemeinsam sollte dann die endgültige Idee bzw. das Thema schriftlich festgelegt und an der Tafel bzw. auf einer großen Pappe an der Wand deutlich sichtbar festgehalten werden.

Exposé

Das Exposé dient der weiteren Ausformulierung der Filmidee und bildet die Basis der gemeinsamen Produktion. Die von der Gesamtgruppe ausformulierte Idee wird auf maximal etwa 1 - 1 1/2 Seiten fixiert. Die Ausformulierung in ganzen Sätzen bringt eine größere Klarheit hinsichtlich der Struktur des Gesamtfilmes.

Pädagogischer Hinweis: Das Expose kann z.B. als Hausaufgabe, als Gruppenarbeit, am schwersten in offener Diskussion mit der ganzen Klasse ausgearbeitet werden. Bei Einzelerstellung (z.B. zuhause) muss vorher deutlich gemacht werden, dass alle Exposés vorläufig sind bzw. als Zuarbeiten für ein Gesamtexposé zu betrachten sind, also noch zu einem Gesamtexposé zusammengeführt werden müssen. Wie vielen Künstlern fällt es auch den Schülern schwer, sich von ihren originären Ideen zu trennen.

Treatment

Das Treatment ist eine verhältnismäßig detaillierte Skizzierung der geplanten Filmabschnitte in ihrer Abfolge unter Festlegung folgender Punkte:

1. Inhalt
2. dramaturgische Schritte (Motive der Hauptakteure)
3. Schauplätze

Charakteristisch ist die Aufteilung in einzelne szenische Komplexe, in denen bereits wichtige Dialogabschnitte enthalten sein können. Bewährt hat sich eine Aufteilung in Bild- und Tonspalte, so dass auch filmische Mittel erkennbar sind.

Im schulischen Alltag muss diese Form häufig das Drehbuch ersetzen. Diese Zwischenform erlaubt aber einen genauen Überblick über die dramaturgische Struktur des Filmes, so dass eventuell logische Fehler leichter korrigiert werden. Diese Form ist auch für Ungeübte übersichtlicher (liest sich wie eine Kurzgeschichte).

Drehbuch

Das Drehbuch enthält alle wichtigen Angaben für alle an der Produktion Beteiligten:

1. Szenen - Nummer
2. Zeit
3. Bild (u. Einstellungsgröße)
4. Ton (Text/Dialog/Originalton/Musik)
5. Requisite

Pädagogische Hinweise:
Am besten lässt sich das Drehbuch in einer Kleingruppe entwickeln. Dabei ist es häufig notwendig, umfangreiche Recherchen zu betreiben (über Hintergründe, Personen etc.), die in der Zeitplanung berücksichtigt werden müssen.

Die Dialoge sollten möglichst authentisch sein, müssen aber nicht vorher exakt vorgegeben sein.

Als Zwischenschritt empfiehlt es sich, die Abfolge der einzelnen Szenen auf einzelnen Blättern zu fixieren, die dann weiter verfeinert werden können.

Wenn das Drehbuch geschrieben ist: deutlich sichtbar am besten an Wand befestigen (Tapetenrolle, Pappe etc.)

Storyboard

Das Storyboard ist die optische Verdeutlichung einer Szene (Groß- oder Totale, Achsenverhältnisse etc.). Schwierige Szenen lassen sich mit einem Storyboard besser verdeutlichen.
Das Storyboard kann ein eigenes Skizzenheft sein oder aber in Drehbuch (extra Spalte) eingearbeitet sein.

Pädagogischer Hinweis: Das Ausarbeiten eines Storyboards ist besonders für jüngere Schüler geeignet und lässt sich gut im Kunstunterricht ansiedeln.

Drehplan/ Organogramm

Im Drehplan wird eingetragen, an welchen Tagen welche Szenen gedreht werden, welche Drehorte für welchen Tag organisiert werden müssen, welche Schauspieler, welche Requisiten und Kostüme nötig sind, wie welche Schüler mit wem an den Drehort gelangen etc.

Pädagogischer Hinweis: Im Klassenverband empfiehlt es sich möglichst viele Positionen/Aufgaben zu besetzen: Kamera, Ton, Requisite, Script etc. (wenn möglich die wichtigsten Funktionen doppelt besetzen für den Fall, daß Schüler ausfallen bzw. bei größeren Projekten, damit durch Aufgabenrotation eine Entlastung möglich wird).

Im Drehplan festgehalten werden sollten:

1. Ort und Termine für die Aufnahmen
2. Szenennummer
3. Darstellerliste
4. Aufgabenverteilung für das Team
5. benötigte Geräte/Requisiten/Beleuchtung
6. Sonstiges

Quelle: Online-Forum Medienpädagogik