Was ist eine Fiktion?

Unter einer Fiktion (lat.: Gestaltung, Bildung) versteht man die Gestaltung einer vorgestellten parallelen Welt, deren Eigenschaften sachlich nicht mit der sog. realen Welt übereinstimmen. Eine solche parallele Welt ist als Vorstellungsgebilde niemals völlig ausdefiniert, d.h. jede Fiktion enthält Lücken, die entweder als Erfahrungsgrenzen bestehen bleiben oder aber punktuell von der Vorstellungskraft des Rezipienten ergänzt werden, die sich meist an seiner Realität orientiert.
Die Fiktion ist so alt wie die Sprache selbst. In der Kulturgeschichte der Menschheit kommt ihr eine fundamentale Bedeutung zu. Die frühesten Fiktionen, die für uns greifbar werden, sind die Mythologien, die es offenbar bei allen Völkern gab, und deren einstigen Reichtum wir in den meisten Fällen nur ahnen können.
Die Entwicklung neuer Medien hat vielfach neue Formen der Fiktion hervorgebracht. So wurde durch die Malerei die Bildergeschichte möglich, durch das Medium Schrift die Literatur und durch die Photographie der Film, der eine höherentwickelte Form der Bildergeschichte darstellt. Letzteres zeigt sich besonders deutlich in der Trickfilmanimation, bei der nicht einfach eine vorgespielte Wirklichkeit auf Einzelbildern abgelichtet wird, sondern die Geschichte vor der Ablichtung - wie seit jeher - Bild für Bild gezeichnet wird. Die Animation von Bildern als Computergraphiken stellt wiederum eine medientechnische Weiterentwicklung auf diesem Gebiet dar.

Deutsches Filmmuseum: /www.deutsches-filmmuseum.de (Bausätze für Kinotrommel und Lochkamera)

Quelle: Uni Berlin