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| Darstellungen können durch (bestimmte Formen der) Visualisierung an gestalterischer Dichte und an Überzeugungskraft gewinnen. Alle diese Mittel zur Verdichtung der Illusion dienen dazu, den Standpunkt des Zuschauers zum Geschehen zu verändern; und zwar derart, dass entweder seine Perspektive erweitert wird, um ihm tiefere Einblicke in die Gesamthandlung zu geben, oder dass die Perspektive subjektiviert wird, um die Identifikation mit einer bestimmten Figur der Handlung zu verstärken. | |||
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Die
Rückblende | |||
Die Bildteilung Die Bildteilung ist ein visueller Effekt, bei dem die
Bildschirmoberfläche plötzlich in zwei oder mehr Teile geteilt wird, damit
zwei oder mehr Stränge der Handlung gleichzeitig nebeneinander auf dem
Bildschirm ablaufen können. Dies geschieht zum Beispiel, indem in der
Mitte ein vertikaler Strich gezogen wird, so dass wir nun eine linke und
eine rechte Hälfte haben, oder auch durch andere Formen der Teilung.
Der Zweck dieses Verfahrens ist der, dass der Zuschauer zwei verschiedene,
miteinander zusammenhängende Ereignisse, die an verschiedenen Orten
ablaufen, gleichzeitig verfolgen kann. Entscheidend ist hierbei, dass die
handelnden Figuren sich in der Regel eines gemeinsamen Mediums bedienen:
eines Telefons, eines Radios, einer Kamera, einer Türklingel, oder sonst
eines Zeichensystems, durch das der beiden Handlungsstränge verbunden
sind. Durch die Bildteilung wird der Zuschauer in die Lage versetzt,
Zusammenhänge wie Ursache und Wirkung, Aktion und Reaktion, Zug und
Gegenzug o. Ä. in ihrem Zusammenwirken zu beobachten. Dies bedeutet eine
ganz erhebliche Erweiterung seiner Perspektive, da er gewissermaßen einen
und denselben Vorgang von zwei Seiten zugleich sehen kann, was die
handelnden Figuren selbst nicht können. Der Zuschauer erhält somit eine
überlegene Position. | |||
Die subjektive Kamera Die subjektive Kamera ist ein filmisches
Mittel von einschneidender Wirkung, welches dem Zuschauer die subjektive
Perspektive einer Figur der Handlung, meist eines Hauptdarstellers,
aufzwingt. Wir sehen die Welt mit seinen Augen, d.h. die Kamera
versucht die Umwelt der Figur so zu filmen, wie diese sie mit ihren Augen
sehen würde: in Bewegung und auf den Ausschnitt begrenzt, der ihrem
Gesichtsfeld entspricht. Das hat unter anderem zur Folge, dass der
Zuschauer den Hauptdarsteller nicht sehen kann, weil er gewissermaßen in
ihm 'drinsteckt'. Die Figur ist somit nur virtuell vorhanden, manchmal
sehen wir seine/unsere Hände oder Beine, wenn sie in sein/unser
Gesichtsfeld geraten. Außerdem kann es bei dieser Technik passieren, dass
bestimmte Ereignisse außerhalb seines/unseres Gesichtsfeldes geschehen.
Wenn ihn/uns z.B. eine andere Figur von hinten oder von der Seite
anspricht, müssen wir uns erst nach ihr 'umdrehen', d.h. die Kamera
schwenkt so weit herum, bis die andere Figur ins Bild kommt. In der Regel
werden nur bestimmte Sequenzen eines Films, die sich aus optischen Gründen
dafür eignen, auf diese Weise dargestellt, weil diese Form der Darstellung
auf Dauer zu sehr gegen unsere Sehgewohnheiten verstößt.
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| Die Guckloch-Perspektive Die Guckloch-Perspektive ist strenggenommen ein Sonderfall der subjektiven Kamera und der Bildteilung, erscheint jedoch für den Betrachter als ein eigener visueller Effekt. Dabei wird der Bildschirmausschnitt, in dem die Handlung abläuft, durch eine ihn umgrenzende, meist schwarze Formmaske verengt. Beim Zuschauer wird so die Illusion erzeugt, als sähe er mit den Augen einer bestimmten Figur die gezeigte Handlung durch ein Guckloch, also etwa durch ein Fernglas, einen Tunnel oder dergleichen. Entsprechend der Formmaske erhält der Bildschirmausschnitt nun die Form des Gucklochs, d.h. des Fernglases, Tunnels usw. Die Wirkung der Guckloch-Perspektive ist eine doppelte: Zum einen wird der Zuschauer wie bei der subjektiven Kamera dazu genötigt, durch die Augen einer Figur zu sehen, wodurch für die Dauer des Effekts die Identifikation mit ihr erzwungen wird. Zum anderen wird durch die schwarze Formmaske, welche das Sichtfeld begrenzt, die Tatsache explizit und unmittelbar ins Bewusstsein gerückt, dass das gezeigte Geschehen nicht ´einfach so´ geschieht, sondern, dass es von einer Figur/von uns gesehen wird. Das Gesamtbild zeigt nun zwei Ebenen zugleich, nämlich die innere Ebene des Geschehens, repräsentiert durch die aktuell ablaufende Handlung, und die äußere Ebene des Beobachters, repräsentiert durch die umgrenzende Formmaske. Dies ist der eigentliche Punkt, durch welchen sich die Guckloch-Perspektive von der subjektiven Kamera unterscheidet: Da sich die subjektive Kamera im wesentlichen nur durch eine besonders bewegte Kameraführung auszeichnet, ist dem Bild selbst (und zumal dem Einzelbild) nicht anzusehen, dass eine subjektive Perspektive vorliegt. | |||
Das Traumbild bzw. Seelenbild Das Traumbild bzw.
Seelenbild ist insofern ein weiterer Sonderfall subjektiver Kamera, als
der Zuschauer dadurch wiederum in eine Figur der Handlung hineinversetzt
wird und auf diese Weise sieht, was die Figur sieht. Aber im
Unterschied zur subjektiven Kamera sieht der Zuschauer hier mit den Augen,
was die Figur im Innern ihrer Seele sieht bzw. fühlt, und dabei
geht es weniger darum, das Erlebnis einer optischen Wahrnehmung auf den
Zuschauer zu übertragen, als darum, ihm einen Zugang zur Gefühlswelt der
Figur zu öffnen. Es handelt sich also um einen Akt echter Visualisierung
in dem Sinne, dass etwas bisher Unsichtbares sichtbar gemacht wird. Die
Seelenbilder sind damit keine Abbilder realer Objekte, sondern bildhafte
Symbole für unsichtbare Objekte.
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Quelle: www2.rz.hu-berlin.de/visuelle |
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