Montage

Lineare Montage
Parallelmontage
Kontrastmontage
Rhythmische Montage
 

Unter Montage versteht man die eigentliche dramaturgische Gestaltung eines Filmes. Schnitt, Tonbearbeitung, Musikauswahl und Kommentar dienen dazu, einen Film spannend, überraschend oder witzig zu montieren, je nach Intention des Filmemachers. Erst durch die Montage entsteht im besten Fall Filmkunst.

 

Lineare Montage
Die lineare oder erzählende Montage ist die gebräuchlichste Form, einen Film zu gestalten. Der Zuschauer "soll den Eindruck gewinnen, durch den Film wie in eine andere Wirklichkeit zu schauen. Um diesen Eindruck zu erzeugen, prallen die unterschiedlichen Einstellungsgrößen nie kontrastiv aufeinander, sondern werden in der Abfolge miteinander vermittelt, so als nähere sich der Zuschauer einem Geschehen an.

So erfolgt z.B. der Aufbau einer Szene durch mehrere Einstellungen, die den Wahrnehmungsbewegungen eines Menschen angenähert sind. Zunächst wird mit einer Totalen oder Halbtotalen eine Übersichtseinstellung ("Establishing Shot") gezeigt, die den Handlungsort zeigt und welche Requisiten handlungsrelevant sind. Danach folgt eine Einstellung, die die Zuschauer näher an die Figuren und ihre Handlungen heranführt (Halbnah), an die sich Nah- und Großaufnahmen einzelner Figuren anschließen und die die Auseinandersetzungen zwischen ihnen zeigen. Nach mehreren Nah- oder Großeinstellungen, die die Figuren jeweils einzeln oder in Teilgruppen ohne viel Umraum ins Bild bringen, wird zumeist wieder eine Übersichtseinstellung ("Re-Establishing Shot") montiert, damit der Zuschauer sich wieder im filmischen Raum orientieren kann. (Hickethier, Knut: Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart/Weimar 1996. S. 142.)

Parallelmontage:
Die Parallelmontage wird eingesetzt, um zwei oder mehre gleichzeitig ablaufende Handlungsstränge zu zeigen, die sich in einem Kulminationspunkt treffen. Dazu wird im geeigneten Moment abwechselnd zwischen den einzelnen Handlungen hin- und her geschnitten, zum Kulminationspunkt hin in immer kürzeren Abständen. Bei einer Parallelmontage kann der Einsatz von Trickblenden für das Verständnis hilfreich sein, etwa ein geteilter Bildschirm oder wenn ein Handlungsstrang immer mit der gleichen Schiebeblende eingeleitet und beendet wird.

Kontrastmontage:
Bei einer Kontrastmontage werden völlig gegensätzliche Bilder so montiert, dass auf den Zuschauer eine starke Suggestion ausgeübt wird, diesen unterschiedlichen Aufnahmen eine weitere dritte Bedeutung zu geben. Wird z.B. das prunkvolle Leben am Hof des Zaren im Gegensatz zum Elend der übrigen Bevölkerung gezeigt, so fällt es nicht schwer, die Aussageabsicht der Filmemacherin aus dieser Kontrastmontage zu erkennen.

Rhytmische Montage:
Eine bei Cuttern und Cutterinnen sehr geschätzte Methode, den Rhythmus der Musik auf den Filmschnitt zu übertragen. Die rhythmische Montage eignet sich bei allen mit Musik unterlegten Sequenzen.