Projekt "Comics "


Schulstufe: 5. Schuljahr
Erweiterungsbereich: Deutsch, Kunst, Politik/Zeitgeschichte
Zeitbedarf: ca. 12 Unterrichtsstunden
Technik / Materialien: verschiedene Comics
Medienerzieherische Schwerpunkte (Teilziele): Gestalten und Verbreiten eigener Druckerzeugnisse, Durchschauen und Beurteilen ökonomischer Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung

Ablauf:
1. Die Schülerinnen und Schüler werden gebeten, ihre Lieblingscomics mitzubringen. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Kinder Comics besitzen. Um "sicherzugehen" dass genügend Comics zur Verfügung stehen, sollte die Lehrperson selbst eine kleine Auswahl mitbringen.

2. Die Schülerinnen und Schüler erhalten zunächst Gelegenheit, die mitgebrachten Comics zu betrachten. Anschließend werden die Comics im Plenum vorgestellt und mit den Kindern nach Sparten gruppiert (Abenteuer-Comics, Science-Fiction-Comics, Kriminal-Comics etc.).

3. Die Lehrperson regt erste Überlegungen zu der Frage an, wie die Macher von Comics erreichen, dass diese bei Kindern und Jugendlichen so beliebt sind. Die Schülerinnen und Schüler äußern dazu erste Vermutungen, wobei vermutlich inhaltliche Aspekte hervorgehoben werden (z.B. der spannende und actionreiche Handlungszusammenhang, die Kühnheit und Stärke des Protagonisten oder die vielen Gags). Daran anknüpfend wird vereinbart, allgemeine Gestaltungsmittel von Comics zu erarbeiten, um die Machart von Comics durchschauen zu können. Als Perspektive macht die Lehrperson den Vorschlag, später - d.h. nach der Erarbeitung von Gestaltungsmitteln - selbst ein eigenes Comic zu erstellen und an Eltern und Mitschüler zu verkaufen.

4. Im Unterrichtsgespräch werden Fragen gesammelt, die im Zusammenhang mit der Gestaltung von Comics stehen (z.B. Wie werden Sprache und Geräusche im Comic ins Bild gebracht? Wie wird im Comic Bewegung dargestellt? Wie werden im Comic Gefühle ausgedrückt? Wie werden im Comic gute und böse Gestalten dargestellt?).

5. Die mitgebrachten Comics werden unter den gesammelten Fragestellungen in Kleingruppen analysiert. Dabei bietet sich eine arbeitsteilige Vorgehensweise an.

6. Die Gruppenergebnisse werden vorgestellt und im Plenum diskutiert. Danach kann die Lehrperson auf den Vorschlag zurückkommen, ein gemeinsames Comic im Klassenverband zu gestalten und dabei die analysierten Gestaltungstechniken umzusetzen.

7. Im Unterrichtsgespräch werden zunächst die einzelnen Arbeitsschritte geplant. Mögliche Arbeitsschritte sind: Festlegung der Zielgruppen, Entscheidung für ein Genre, Sammlung von Ideen, die im Comic dargestellt werden sollen, Entscheidung über Inhalt, Umfang und Auflagenhöhe des Comics, Gestalten der Geschichte sowie des Titelblattes, Prüfung und gegebenenfalls Überarbeitung der einzelnen Beiträge, Erstellung einer Kopiervorlage und Vervielfältigung sowie Verkauf (z.B. beim nächsten Schulfest).

8. Planungsschritte, die eher vorbereitenden Charakter haben, wie die Festlegung der Zielgruppe, die Entscheidung für ein Genre, die Sammlung von Ideen, die Einigung auf eine Geschichte sowie die Entscheidung über den Umfang des Comics, werden im Plenum gemeinsam umgesetzt. Des weiteren muss ein - mindestens grober - Handlungsablauf erarbeitet werden. Skizzen für die Hauptakteure können arbeitsteilig entworfen werden, ehe entschieden wird, welche Darstellung für das Comic zugrunde gelegt werden soll.

9. Sind entsprechende Entscheidungen gefällt, bietet sich für das weitere Vorgehen eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an. Dabei könnte eine Schülergruppe für die Gestaltung des Titelblattes zuständig sein, während mehrere andere Gruppen jeweils einen Handlungsabschnitt gestalten. Während dieser Gestaltungsphasen kann auch ein Comic-Autor oder ein Vertreter eines entsprechenden Verlages als Experte eingeladen werden, um mit den Schülerinnen und Schülern Zwischenergebnisse zu besprechen oder bei Bedarf gezielte Hilfestellungen zu geben. Schließlich werden die Arbeitsergebnisse zu einem gemeinsamen Comic zusammengefügt.

10. Für die Vervielfältigung und den Verkauf des Comics, z.B. anlässlich eines Schulfestes oder eines Tages der Offenen Tür, sollten unter Berücksichtigung entstehender Aufwendungen (vor allem Kopierkosten) die Auflagenhöhe festgelegt sowie ein angemessener Verkaufspreis kalkuliert werden.

11. Wenn der Verkauf stattgefunden hat und Rückmeldungen vorliegen, sollte eine abschließende Reflexion erfolgen. Diese sollte möglichst in weitere Erkundungen bei einem Comic-Verlag zu dessen Arbeitsweisen, ökonomischen Randbedingungen, künstlerischen Ansprüchen u.ä. einmünden.

 

Hinweise:
Durch das Projekt sollen das kreative Umsetzen von Gestaltungsabsichten geschult und ökonomische und organisatorische Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung transparent gemacht werden. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, mit welchen Gestaltungsmitteln Comics gemacht werden. Damit ist der Impuls verbunden, dass sich die Schülerinnen und Schüler kritisch-distanzierter mit Comics auseinandersetzen.

 

Beispiel einer Comicsseite zum Thema "Gewalt in den Comics" Beispiel einer Schülerarbeit "Gewalt in den Comics - Gewalt in Wirklichkeit" HS II Jenbach

Quelle: Tulodziecki,   Pestalozzi-Mittelschule,  Mittelschule in Leipzig