Schülerzeitung - Schreiben


Texte werden aus vielen Gründen gelesen - und ebenso viele können das Lesen verhindern. Grund genug, so zu schreiben, dass die Texte angenehm zu lesen sind. Mühe sollte sich der Autor eines Textes machen, nicht der Leser. Dazu einige Ratschläge:

 

Mit Wörtern geizen
Nicht ein langer Text ist ein guter Text. Oft überflüssig und somit zu streichen sind Füllwörter wie "gewissermaßen, insbesondere, echt, auch, irgendwie, immer noch". Das gilt auch für Ausdrücke wie "zu diesem Zeitpunkt" (anstatt jetzt), "keine Seltenheit" (für häufig), "in diesem Zusammenhang" (in welchem denn sonst?), "bei jeder sich bietenden Gelegenheit" (welche Gelegenheit bietet sich nicht an?). 

 

Das treffende Wort verwenden
Wenn Bier getrunken wurde, muss man nicht schreiben, dass alkoholische Getränke konsumiert wurden. Die deutsche Sprache ist reich an Wörtern - diesen Reichtum sollte man nutzen.

 

"Behördendeutsch" vermeiden
Unpassend ist Behördendeutsch in einer Zeitung für Schüler. "Durchführen" und "stattfinden" sind zwei typische Beispiele für unpersönliche Formulierungen, Substantive mit "-ung" am Ende sind oft durch die entsprechenden Verben zu ersetzen -  statt "eine Anschaffung machen"  "anschaffen" etc.

 

Abkürzungen erklären
Nicht jeder Leser kann mit Abkürzungen etwas anfangen (was ist z. B. UNHCR?), deswegen sollten Abkürzungen vermieden oder zumindest korrekt eingeführt werden: beim ersten Vorkommen hinter dem ausgeschriebenen Wort in Klammern.

 

Synonyme verwenden
Um Wiederholungen zu vermeiden, sollte man sinngleiche (synonyme) Wörter benutzen. Wichtig ist aber, dass die Wörter wirklich die gleiche Bedeutung haben - wenn nicht, dann Finger weg.

 

Als Hauptregel:
Richtiges Deutsch ist gutes Deutsch - und richtig heißt zum einen, dass ein Text keine Rechtschreibfehler enthalten sollte, und zum zweiten, dass die nicht leichten Regeln der deutschen Grammatik zumindest so eingehalten werden, dass der "normale" Leser nicht merkt, dass der Autor der Grammatikregeln leider nicht mächtig war.

 

Quelle: Thorsten Schulze, Mirko Kraft, Holger Schwichtenberg
www.learn-line.nrw.de/angebote/zeus/medio/verteil.htm