erzherzog
Sigmund der münzreiche
Jugendjahre
und erste Heirat
Sigmunds Frauen
Konflikt mit Nikolaus Cusanus
Die große Münzreform 1486
Kriege und Streitigkeiten
Hofleben in Innsbruck - Probleme
Erinnerungen
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Jugendjahre
und erste Heirat
1427
wurde Sigmund als Sohn Herzog Friedrichs IV. ("mit der leeren
Tasche") von Österreich und seiner zweiten Gattin Anna von Braunschweig
geboren. Da er beim Tod seines Vaters erst zwölf Jahre alt war
und laut Habsburgergesetz erst mit sechzehn Jahren volljährig wurde,
übernahm Herzog Friedrich von der Steiermark (der spätere Kaiser Friedrich
III. und Vater von Kaiser Maximilian I.) die Vormundschaft und holte
ihn nach Graz. Er hatte großes Interesse an Tirol, da es ein einträgliches
Land war. Mit sechzehn Jahren wurden Sigmund volljährig, doch erst mit
neunzehn Jahren gab Friedrich ihn heraus, nachdem die Tiroler Stände
mit Krieg
gedroht
hatten.
1446 übernahm Sigmund
die Regierung über Tirol und die Vorlande (Streubesitz im heutigen
Schwaben, Württemberg, Elsass, der Schweiz, Vorarlberg) von Innsbruck
aus.
Sigmund wohnte zunächst im
Neuen Hof seines Vaters (Goldenes-Dachl-Gebäude), ließ dann
aber die Hofburg erbauen, die Kaiser Maximilian später wenig
veränderte.
1477 ernannte Kaiser
Friedrich III. Sigmund zum Erzherzog.

Sigmunds Frauen
Setzen Sie den Mauszeiger auf eine Person,
dann wird sie genannt.
Sigmund sollte in erster Ehe die französische Königstochter Radegunde
heiraten, doch diese starb schon vorher im Jahre 1445.
1449 heiratete er in Meran Eleonore von Schottland. Während
seiner häufigen Abwesenheit führte sie die Regierung, sprach Recht und
hatte politisch gesehen großen Einfluss. Sie war sehr kunstsinnig und
machte den Innsbrucker Hof zu einem kulturellen Zentrum. Die Ehe blieb
kinderlos. 1480 starb Eleonore.
1484 vermählte sich der 57-jährige Erzherzog mit der 16-jährigen
Katharina von Sachsen. Sie widmete sich eher der Jagd und den
Vergnügungen. Auch diese Ehe blieb kinderlos.

Konflikt mit Nikolaus Cusanus
Über
viele Jahre zog sich der Konflikt zwischen dem Landesfürsten und
Nikolaus Cusanus hin, dem damaligen Bischof von Brixen und
bedeutenden Gelehrten. Cusanus befasste sich als Rechtsgelehrter intensiv
mit alten Dokumenten und fand heraus, dass im 11. Jh. Kaiser Konrad
II. Gebiete im Inn-, Eisack- und Pustertal an die Bischöfe von Brixen
und Trient nur verliehen, jedoch nicht geschenkt hatte. Diese Bischöfe
verliehen ihre Ländereien wieder weiter an verschiedene Grafengeschlechter.
Letztendlich wurden die Grafen von Tirol Herrscher über weite Teile
des "Landes im Gebirge", wie Tirol damals bezeichnet wurde.
Somit waren die Grafen von Tirol nur Lehensträger der Bischöfe und
Tirol gehörte nicht ihnen. Sigmund wehrte sich vehement
dagegen und ging gegen Nikolaus Cusanus gewalttätig vor. Ruhe gab es
erst nach dem Tod des Bischofs.

Die große Münzreform
1477 verlegte Sigmund
die Münzstätte von Meran nach Hall, da
sich
die großen Silber- und Kupfervorkommen im nahen Schwaz befanden und
Hall wegen der Türkengefahr viel sicherer als Meran war. Zudem konnte
Hall von der Residenzstadt Innsbruck bequem und schnell erreicht werden.
1486 führte der Erzherzog
in Hall eine große Münzreform durch - die Prägung eines Silberguldens
im Wert eines Goldguldens (Abb. links). Silber gab es in Tirol genug,
Gold war sehr selten.
Anfang des 16. Jahrhunderts
ließ der Silberreichtum in Tirol jedoch nach, die Prägung des Silberguldens
wurde im böhmischen Joachimstal aufgenommen. Dort nannte man die Silbermünzen
"Joachimstaler", später nur mehr "Taler". Diese
Bezeichnung lebt heute noch im Wort "Dollar" weiter.
Offt wird Hall als die Wiege des Dollars bezeichnet.

Kriege und Streitigkeiten
Besonders gespannt war das
Verhältnis zu Bayern.
1474 konnten die langen Streitigkeiten
mit der Schweizer Eidgenossenschaft um Gebiete in den Vorlanden
(Streubesitz westlich des Arlberg) in einem Friedensvertrag beigelegt
werden.
1487 begann Sigmund einen
sinnlosen Angriffskrieg gegen Venedig, der letztendlich nichts
für Tirol brachte.

Hofleben in Innsbruck
- Probleme
Der
Erzherzog führte ein prächtiges Hofleben und war sehr freigebig.
Seine beiden Ehen blieben kinderlos, doch soll er über 50 uneheliche
Kinder gehabt haben, die er finanziell gut unterstützte.
Innsbruck wurde nicht nur
zu einem künstlerischen, sondern auch zu einem politischen
Zentrum. Durch das Wochenmarktprivileg und die Abhaltung der Landtage
in Innsbruck wurde die Stadt stark aufgewertet.
Tirol war durch den Nord-Süd-Handel
und die Bodenschätze sehr reich. Innsbruck war als Regierungssitz
auch für die Vorlande zuständig.
Als der Erzherzog wegen seines
großen Geldbedarfs Teile Tirols an Bayern langsam verpfändete, griffen
die Landstände, Kaiser Friedrich III. und dessen Sohn Maximilian ein.
1490 bewogen die Tiroler Landstände Sigmund zur Abtretung seiner
Gebiete an Erzherzog Maximilian (später Kaiser Maximilian
I.). Dieser übernahm die Regierung in Tirol und sorgte für Ordnung.
Sigmund jedoch blieb weiterhin bis zu seinem Tod im Jahre 1496 in Innsbruck.
Tirol war jedoch beim Tod
des Erzherzogs stark verschuldet.
Eindeutig bewiesen ist seine Sterbeszene: Vor seinem Tod ließ
er sich drei Becken mit Münzen an sein Bett bringen, "weil sein
Gnad noch einmal in ein Silber greifen wollt", doch das Geld war
aufgeliehen.
Sigmund wurde in der Fürstengruft
in Stift Stams begraben. Mit ihm endet die erste Linie der Tiroler
Habsburger (Herzog Friedrich IV. und Erzherzog Sigmund).

Erinnerungen
Heute erinnern noch die Reste
einiger Burgen und Schlösser an ihn: Sigmundsburg im Fernsteinsee,
Sigmundslust bei Vomp,
Sigmundsried
bei Landeck, Sigmundskron bei Bozen u. a. Er stiftete auch viele Kirchen
und Ausstattungsgegenstände. Sein Hofmaler war Ludwig Konraiter, von
dem noch Tafelbilder erhalten sind.
In Innsbruck: Sigismundische
Hofburg, Wappenstein am Goldenen-Dachl-Gebäude (mit Wappen von Tirol,
Sachsen, dem österreichischen Bindenschild), Mutter-Gottes-Statue mit
Wappen von Österreich und Sachsen und der Abbildung von Sigmund und
seinem Vater Friedrich IV. im Servitenkloster, Altar von St. Sigmund
im Sellraintal (im Stift Wilten), eine Glocke in der Pfarrkirche Amras,
Bronzestatue in der Hofkirche in Innsbruck, Straßenname.

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